
Gestern abend waren wir schon in der Innenstadt. Wir waren vor knapp 30 Jahren in Quimper zum Tanzfestival. Von daher hatte ich die Stadt viel größer in Erinnerung. Unser Spaziergang heute Morgen war deswegen gar nicht so lang. Die Innenstadt ist relativ schnell angesehen. Die Kathedrale mit dem schrägen Chorraum war schon beeindruckend. Aber ich finde es gibt schönere. Sie war voller Touristen.
Vor der Kirchenbesichtigung waren wir aber erst einmal in der Markthalle. Der Fischstand, das Obst und Gemüse… Es ist aber auch sehr teuer. Ich glaube die Leute hier kaufen nur, was sie auch verbrauchen. Sie leisten sich aber auch etwas.
Das Fachwerk ist nicht so abwechslungsreich wie bei uns in fränkischer Prägung. Aber es ist erhalten und nicht aufgesetzt, meist im Original. Alles ist mit Dachsteinen belegt, die diesen Namen verdienen. Sie sind wohl meist aus Granit und damit sehr lange haltbar. Die Stadt ist voller Cafes und Kneipen, die alle im Außenbereich gut besetzt waren. Es ist nicht an die Autos gedacht, sondern an die Menschen, die dort leben. Dei Stadt scheint keine Gebühren zu nehmen für den Platz, der für Stühle und Tische genutzt wird. Lieferautos müssen sehen, wie sie durchkommen. Viele Buchläden findet man hier, bei denen man sich echt fragt, wie sie überleben.
Die Stadt ist ja berühmt für ihre Fayencen, d.h. für ihr Porzellan. Cool fand ich zwei Cafés, in denen man Tassen und Schalen bemalen konnte. Sie wurden dann noch einmal gebrannt. Beide Cafés waren brechend voll mit Familien.
Unser Mittagessen bestand aus einer japanischen Suppe in der Markthalle. Sie war ganz frisch, aber auch sehr teuer.
Nach dem Essen haben wir beschlossen nach Concarneau, in die kleine von einer Stadtmauer vollständig gerahmten Stadt zu fahren. Auch dort waren wir schon mit Emelie gewesen.
Wir mussten uns dort erklären lassen, wie man einen Parkschein löst und mit Karte bezahlt. Die Leute mussten auch mehrere Anläufe nehmen, bis sie ihr Geld loswurden. Auch wir waren dann in der Lage unsere 2 € Parkgebühren zu bezahlen. Es geht hier nur noch mit Kreditkarte.
Direkt neben der historischen Innenstadt ist eine große Werft, in der Kriegsschiffe gebaut werden. Man sieht von Weitem, dass das Geschäft – anders als vor 30 Jahren – prächtig läuft.
Im Inneren der Innenstadt war der Kommerz voll durchgeschlagen. Natürlich sehen wir jetzt alles anders als vor 30 Jahren. Damals haben wir noch gemeint, etwas kaufen zu müssen. Heute geht man an den Souvenirläden, Trachtengeschäften, Antiquariaten vorbei, ohne wirklich Interesse zu entwickeln. Einzig eine Bluesband mit dem passenden Namen „Mitternachtsblues“ schaffte etwas Atmosphäre.
Am Nachmittag waren wir in der Nähe noch einmal baden. Der Strand war bei diesem traumhaften Sonnenschein gut frequentiert. Es ist einfach toll, wie viele Familien mit 3 und mehr Kindern dort waren. Auch sehr alte Leute sind da. Neben uns waren zwei Leute, die sicher auf die 100 zugingen. Jedenfalls schimpfte sie laut und kräftig mit ihrem Mann, was ihn sichtlich kaum berührte. Aber sie gingen ins Wasser! Das frische Salzwasser hält offensichtlich jung.
So, jetzt genehmige ich mir erst mal einen bretonischen Likör, der aus Cidre gemacht wird. (Wenn man den auf die Crêpes gießt, tanzen die Geschmacksnerven!): À votre santé!
P.S. Fast hätte ich es vergessen: Auf dem Photo mit den kleinen Aquarien sieht man einen Laden, wo man sich die Füße von den kleinen Fischen abnagen lassen kann – 1/2 Stunde 20 €. Ob da nicht mal der Tierschutz aktiv werden sollte 😉 …