Frankreich XII – Taizé

Wir hatten Bedenken, das unser alter Chrysler durchhält, aber die letzte große Strecke hat er geschafft. Das Radlager hat schon eine gewisse Lautstärke, so dass man sich immer wieder umschauen möchte, weil es klingt, als würde ein Motorrad neben einem fahren. Aus diesem Grund wollten wir nicht so schnell fahren und sind die 400 km Landstraße gefahren.

Das war eine sehr schöne Erfahrung, einmal durch die französische Pampa zu fahren, wo einem kaum ein Auto begegnet. Die Straßen sind gut ausgebaut und so sind wir über unzählige Kreisel sehr flüssig vorangekommen.

Die Dörfer sind nicht so extrem schön, es fehlt etwas die Farbe („Lieber gut essen, als das Haus streichen“?).

Die romanischen Kirchen und Klosteranlagen, die Märkte, sowie viele kleine Läden und Kneipen sind beeindruckend.

Irgendwie scheinen es unsere französischen Nachbarn nicht so eilig zu haben. Sie fahren viel entspannter. Da können wir uns etwas abgucken. Im Ort musste man durch die Erhöhungen immer auf 30 km/h runterdrehen, sonst wäre man durch die Gegend geflogen. Fußgängerüberwege gab es mindestens vier oder fünf in jedem kleinen Nest. Überall waren die Fahrradfahrer berücksichtigt, auch auf dem Land.
Es war eine tolle Erfahrung, mal nicht auf der Autobahn durchzurasen.

Hier in Cluny haben wir ein tolles kleines Hotel. Der Spaziergang in der Stadt war anstrengend, weil es sehr stark geregnet hat. Wir haben ein paar Süßigkeiten erstanden.

Heute abend waren wir noch zur Abendandacht in Taizé. Es war nicht ganz so voll wie im Sommer, aber viel ruhiger und entspannter. Ich konnte es genießen, weil ich nicht aufpassen musste, ob jemand von uns zu laut ist oder sonst irgend etwas anstellt.

Die ruhige Atmosphäre (ohne ständiges Aufstehen und Hinsetzen, wie in Apoldaer Kirchen), die vielen Lieder und die Stille haben gutgetan. Dagmar hat es auch sehr gut gefallen. Es war ein schöner Abschluss der Reise in Frankreich.

Morgen fahren wir nun nach Deutschland zurück. Wir wollen mal sehen, wie weit wir mit dem vor sich hinsterbenden linken Radlager kommen. Es ist wieder etwas lauter geworden. Also planen wir morgen die Fahrt über die Autobahn, aber wir fahren eben nicht schnell. Mal sehen, wie weit wir kommen. Ob es die schlechte deutsche Autobahn durchhält? Ich bin skeptisch…

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