Frankreich IX – Ile d’Oleron II

Der heutige Sonntag war ein ganz ruhiger Tag. Nach dem etwas lauwarmen Kaffee (wir haben ja kein heißes Wasser) sind wir in den Norden der Insel gefahren. Wir kamen zu einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Der Gottesdienst war gerade im Gang. Ein afrikanischer Priester setzte das Abendmahl ein. Der Gottesdienst war ausgesprochen gut besucht und die Gemeinde sang kräftig mit. Sehr beeindruckend war, dass eine Vorsängerin den Gemeindegesang anleitete, natürlich begleitet von einer großen elektronischen(!) Kirchenorgel.

Viele Familien mit Kindern waren da. Die katholische Kirche scheint hier nicht so ein Problem mit dem Priestermangel zu haben, da in den ehemaligen Kolonien ja auch französisch gesprochen wird und so bei ausländischen Priestern kein sprachliches Problem vorliegt. Sehr beeindruckt hat uns die fröhliche und gelöste Stimmung im Gottesdienst. Da könnten sich unsere Gemeinden sich einiges abgucken.

Ein großes Modell eines Schiffes steht (wie hier überall) in der Kirche.
Die Kirche hat in ihrer Geschichte schon viel erlebt. Sie wurde nach der französischen Revolution entweiht und als Scheune genutzt und Gemeindeglieder hatten die kostbaren Figuren unter Lebensgefahr versteckt.

Neben der Kirche, an der eine große alte Sonnenuhr die Zeit angibt, steht das große Dach des ehemaligen Marktes.  

Wir sind zum kleinen Hafen gefahren, weil wir vermuteten, dort eine gute Gaststätte zu finden, die offen ist. Man kann sich ja immer daran orientieren, wo viele französische Gäste sitzen.
Wir sind ohne vorherige Bestellung in ein großartiges Restaurant gekommen. Kleine Küche, schönes Ambiente und alles junge Leute, die es betrieben.
So eine tolle Soße zum Fisch (Zabaione) haben wir noch nie gegessen. Überhaupt schmeckte alles großartig. Das Essen war nicht teurer als in anderen Gaststätten. Die Speisekarte war nicht all zu groß, aber es gab alles saisonal. Der Fisch richtete sich danach, was gerade gefangen wurde. So etwas sollte es auch bei uns geben. Ein ganz neuer Stil und großartige Qualität. Kein Wunder, dass da die Leute hingehen.
Am Nachmittag haben wir den westlichsten Leuchtturm besucht. Dort wurden am Strand kleine Türme aus Steinen gebaut – so wie das im Himalaja üblich ist. Ein Ehepaar wollte einen neuen Turm errichten, hat dafür drei umgeworfen…

Heute Abend haben wir nun gesehen, wie die Thüringer gewählt haben. Emma hat uns ein Video von den mit Autokorso feiernden AFDlern in Schmalkalden geschickt, die die Kinder verschreckt haben. Mal sehen, wie es in der nächsten Zeit weitergeht. Es wird alles andere als einfach…

Übrigens ist auf einem der letzten Bilder ein Steinwall, mit dem man früher hier Fische fing. Sie kamen beim Eintreten der Ebbe nicht mehr heraus…

Morgen fahren wir in aller Ruhe nach Tours in der Hoffnung, dass unser Auto durchhält…