
Dieser Tag fing schon gut an. Das Frühstück war hier einsame Spitze. Eine junge Frau erklärte uns in einem Mix aus Englisch und Französisch alle Angebote für das Frühstück: Viele Käsesorten, Marmelade, Baguette, Brötchen Kuchen, Obstsalat mit filetierten Früchten, Eier zum Selbstkochen, Fleisch, Wurst, Bretonische Spezialitäten, Austern…
Man wusste gar nicht, womit man anfangen (und vor allem, wie man aufhören) sollte.
Dazu saßen wir vor der großen Scheibe und sahen auf das Meer hinaus. Das nenne ich SPA…
Wir sind dann gemütlich an den Strand gegangen, denn es war gerade Flut. Wunderbares klares Wasser, so ca. 17 Grad. Es war ein Traum.
Am Frühen Nachmittag sind wir nach Brignogan-Plage gefahren. Es ist der Ort der Erinnerungen an unseren ersten Frankreich-Urlaub vor knapp 30 Jahren.
Emelie, die Schwiegereltern Hans und Irma, die Schwägerin Kerstin mit ihrer Freundin Ramona sind mit uns und unserem neuen weißen Chrysler zum ersten Mal in die Bretagne gefahren. Ihr seht unseren Badeort hinter dem Menhir am Leuchtturm. Noch heute hat man den Eindruck, dass der Stein auf dem Felsen jeden Moment herunterfällt. Unvergesslich ist, dass Dagmar und Irma sich mit zwei großen Flaschen Cidre die Kante gegeben haben, weil sie der festen Überzeugung waren, dass das alkoholfreier Apfelsekt ist. Währenddessen war ich mit Emelie im Nobelrestaurant Fisch und Krabben essen. Ich habe mich an der Schere einer Krabbe so stark verletzt, dass mein Finger ständig abgebunden werden musste, da er unaufhörlich blutete. Zum Glück gab es im Restaurant genug Servietten. Unterdessen hatte Kerstins Freundin einen totalen Schock wegen der vielen streunenden (aber friedlichen) Hunde. Da war sie mit ihrer Hundephobie wirklich am falschen Ort.
Zu allem Überfluss gab es an diesem Tag noch einen Mord in der Kleinstadt…
Da haben wir Ossis doch echt was erlebt. Es war ein toller Urlaub! Emelie kam gerade in die Schule.
Heute haben wir keinen freilaufenden Hund mehr gesehen, die Creperie von damals gab es auch nicht mehr, nur der Strand ist noch wie früher.
Am Nachmittag haben wir keine Crepes in Brignogan bekommen. Also hatten wir großen Hunger.
Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass es eine preiswerte und großartige Fischgaststätte gäbe, in der man aber in der Regel keinen Platz findet. Es war nicht gerade einladend, wie man auf dem Bild sehen kann. Wir hatten Glück und haben uns eine Fischer-Pfanne bestellt.
Damit hätten wir 6-7 Leute satt bekommen können. Aber es war nicht die Menge, sondern der Geschmack. Mein Kleinhirn hat ständig an das Großhirn die Meldung verschickt, es kommt eine Geschmacksexplosition. So perfekten Fisch und Meeresfrüchte haben wir bisher noch nicht gegessen. Ich nehme alles zurück, was ich gestern über die Fischsuppe geschrieben habe…
Der Magen hat dem Hirn gemeldet, das es zu viel ist, das limbische System hat befohlen weiter zu essen, weil es zu gut schmeckt…
Wir haben die Küche gesehen, sie war höchstens 10 m² groß. So etwas können nur die Franzosen.
Nun müssen wir uns aber vom guten Essen erholen und freuen uns auf den neuen Tag!