Frankreich I – unsere Reise nach Amiens

So gemütlich konnten wir doch nicht cruisen.

In Deutschland war das Wetter sehr gut. Aber kaum waren wir über die Grenze, ging der Regen los. Regen ist auf unseren Autobahnen unangenehm. In Frankreich ist er um Vieles schlimmer. Wahrscheinlich wird deswegen bei Regen die Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt. Der Regen ist viel feiner und von der Straße wird mehr aufgewirbelt, so dass man kaum sehen kann.

Trotzdem haben wir Amiens um 16 Uhr erreicht. Ein ganz neues Hotel erwartete uns. Es war sehr preiswert. Wahrscheinlich haben deshalb dort anfangs Jungesell(inn)en-Abschiede stattgefunden. Wir wurden aufgeklärt, dass Jungesellenabschiede in diesem Hotel verboten sind und alle Gäste seither 150 € Kaution hinterlegen müssen. Diese bekommen wir erst zurück, wenn wir im Zimmer aufgeräumt haben und noch alles ganz ist.

Die junge Frau an der Rezeption hat uns geglaubt, dass wir nichts mit einer Hochzeit zu tun haben, aber die Kaution erst einmal eingezogen. Hoffen wir mal, dass sie nun wieder auf dem Konto ist.

Wir hatten von Amiens nicht viel erwartet. Um so erstaunter waren wir, dass es eine schöne Stadt ist.
Die Japaner hatte man nach Amiens geholt, bevor sie zu den olympischen Spielen nach Paris gefahren sind. (In der Innenstadt schien nur noch ein Suomo-Ringer übrig geblieben zu sein, wie man unschwer auf einem Bild erkennen kann.)

Wir haben erst einmal gut zu Abend gegessen. Inzwischen regnete es wieder kräftig. Die Wirtin hat alle Heizstrahler am Zeltdach angemacht. (Wahrscheinlich mit in Frankreich übrigem Atomstrom?) Eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, aber meine Platte war dann wieder trocken und gut gewärmt. Wir haben uns eine wunderbare kleine Käseplatte bestellt und ich dann einen Burger. Ich weiß nicht wie sie das hinbekommen. Der Burger schmeckt wirklich ganz anders als bei uns. Ich würde gern herausbekommen, wie sie das Fleisch braten. Absolut perfekt.

Wir waren schon müde und wollten eigentlich die Illumination der größten Kathedrale des Landes nicht anschauen, weil sie sehr spät stattfand. Aber als wir an der Kathedrale vorbeikamen, hatten sich schon viele Leute versammelt. Eine knappe halbe Stunde wurde eine Illumination des Doms gezeigt, die uns total überwältigt hat. Ich konnte nur wenig fotografieren, weil mein Fotoapparat den Regen nicht abkonnte.

Wir kennen ja Illuminationen der Stadtkirche in Schmalkalden. Dort wurden Farben und Muster projiziert. Aber hier wurden die Bögen, Formen, Fenster des gotischen Baus aufgenommen und in einer Weise projiziert, dass uns die Spucke wegblieb. Die unzähligen Figuren entstanden aus Staub, die Fenster tanzten. Am verrücktesten war eine Sequenz, in der die Figuren farbig angestrahlt wurden und sich zu bewegen schienen und tanzten. Irgendwie kam das mystisch herüber, bis dann wieder alles verging. Unglaublich, was die Franzosen mit Licht anstellen können.

Wir sind erst spät total durchnässt im Hotel angekommen. Zu allem Überfluss hatten wir uns verlaufen. Es war mir nicht mehr danach, etwas zu schreiben. Deswegen erst heute….